Rob van Gils, CEO HAI

Kontinuierliche Verbesserung

„Ob ein Unternehmen erfolgreich ist, kommt am Ende immer auf die Menschen und das Team an.“

Was macht einen Unternehmer von heute aus? Welche Herausforderungen beschäftigen ihn, welche Ziele hat er vor Augen? Diese Fragen stelle ich, Christina Gromer, mir auf dem Weg zu Rob van Gils, Entrepreneur und Geschäftsführer der Hammerer Aluminium Industries (im folgenden kurz HAI), den ich heute bei seinem Hobby „Fußball“ begleiten werde. Die HAI ist ein junges und dynamisches Unternehmen, das auf langfristige Partnerschaft, sowohl mit ihren Kunden, als auch mit ihren Mitarbeitern, setzt.

Arne Verbarg, Berater der Hutner Training AG, begleitet HAI seit Anfang 2018. Er steht dem Unternehmen beratend zur Seite und führt unter anderem die Führungskräfte-Trainings durch. Gemeinsam wird die Kultur eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im Unternehmen verankert.

Schon auf dem Weg nach Schalchen bin ich gespannt, was mich heute erwartet. Am Ziel angekommen, sah ich gleich, dass ich hier richtig bin. Der Hauptsponsor war sofort ersichtlich: Die HAI ziert Fassaden, Seitenwände und Trikots des Stadions. Herzlich wurde ich von Rob van Gils empfangen. Das sportliche Du war von Anfang an selbstverständlich. Vor dem Anpfiff des Spiels SV Schalchen gegen Union Ostermiething hatten wir noch genug Zeit uns über seine Leidenschaft und Ziele zu unterhalten.

Christina Gromer: „Die HAI hat eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. Sie vereint Dynamik und Innovationsgeist eines jungen Unternehmens mit der Erfahrung eines Traditionsbetriebs – Ein global Player und dennoch fest verankert in der Region. Warum hast Du die Geschäftsführung von HAI übernommen? Was treibt Dich an?“

Rob van Gils: „Eigentlich hat mich schon mein Vater mit seinem Unternehmergeist geprägt. Wir haben einfach beide Aluminium im Blut. Er war technischer Geschäftsführer der Firma AMAG. Ich war dort Produktionsleiter und habe anschließend in Amerika den MBA mit Schwerpunkt Entrepreneurship gemacht. Von da an gab es für mich keine Grenzen mehr, was alles möglich ist.

Die AMAG wurde verkauft und zu AMAG Extrusion gewandelt – die heutige HAI. Zu diesem Zeitpunkt hat Jürgen Hammerer (ehemaliger Geschäftsführer) mich als Geschäftsführer der Gießerei in das Führungsteam mit aufgenommen. Wir ergänzten uns schon immer gut und konnten uns von Anfang an vertrauen. Wir haben auch Projekte erfolgreich abgeschlossen, an die nur noch wir beide geglaubt haben. Jürgen Hammerer war leidenschaftlicher Geschäftsführer und Unternehmer. Er hat aber mehr mich als sich selbst in der operativen Rolle als CEO gesehen. Da ich schon immer ein sehr großes Vertrauen in das Team und das Unternehmen hatte und mir viel Vertrauen und Rückendeckung entgegen gebracht wurde, habe ich diese Rolle gerne übernommen. Vertrauen ist das Fundament, für die Ziele, die wir bisher erreicht haben.“

Christina Gromer: „Wo siehst Du die HAI in 5 bis 10 Jahren! Welche Werte sind Dir und dem Unternehmen besonders wichtig?“

Rob van Gils: „Wir wollen in Zukunft unsere Positionierung als innovativer Aluminium-Anbieter stärken und sinnvoll und profitabel wachsen. In den letzten Jahren haben wir die Organisation von 300 auf 1500 Mitarbeiter verfünffacht. Jetzt gilt es Strukturen zu halten und zu optimieren. In den nächsten 10 Jahren den Umsatz nochmal zu verdreifachen wäre vermessen. Wir wollen sinnvoll und profitabel wachsen ohne Kompromisse – sowohl für die Umwelt als auch für die Menschen. Wir legen sehr viel Wert darauf mit Weitblick und langfristigem Erfolgsdenken in die Zukunft zu gehen.

Dafür sind unsere Werte unsere Basis. Besonders wichtig ist für uns dabei Vertrauen und die Verankerung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP). Unter KVP verstehen wir die ständige Optimierung aller Prozesse und Verfahren, um künftig noch effizienter und sicherer unsere Aluminium-Erzeugnisse produzieren zu können.

Um diese Kultur zu leben, brauchen wir jeden einzelnen Mitarbeiter. Um diese Kultur in allen Ebenen zu verankern, arbeiten wir mit Hutner zusammen. Wir haben schon immer auf das Team gesetzt, da die Menschen den Unterschied machen!“

Christina Gromer: „Seit Anfang 2018 arbeitet HAI mit Hutner zusammen. Arne Verbarg steht dabei beratend zur Seite und führt unter anderem die Führungskräfte-Trainings durch! Warum habt ihr die Begleitung durch Hutner gesucht?“

Rob van Gils: „„Wir wollen unsere Mitarbeiter in ihrem täglichen Handeln und im Umgang mit den Kollegen und Mitarbeitern unterstützen. Wir setzen im Unternehmen auf kontinuierliche Entwicklung und Optimierung und wollen diesen Gedanken stärken und verankern. Bei uns ist es erlaubt etwas zu probieren und auch mal einen Fehler zu machen. Diese Kultur wollen wir im gesamten Team etablieren, sodass jeder seine Potentiale entfalten kann. Dies fordert von jedem Mitarbeiter viel Eigeninitiative, Verantwortung und auch Vertrauen in das Unternehmen.

Beim Top-Down Approach besteht immer die Gefahr, dass die Kommunikation irgendwo auf der Abteilungsebene abbricht. Das darf uns nicht passieren. Genau dieses Verständnis brauchen wir und geben den Führungskräften dazu die Werkzeuge an die Hand, damit diese auch wirklich alle Arbeitsebenen abholen können. Jeder soll sich in dieser Kultur wiederfinden und sich trauen am KVP teilzunehmen. Das kann ich nicht selbst vermitteln. Das ist die Aufgabe der Führungskräfte, Gruppenführer und Schichtführer. Nur so können wir uns stetig verbessern!“

Christina Gromer: „Das eigene Miterleben der „HAI Academy Next Level“ war Dir immens wichtig. Jede Führungskraft sollte vorab die Trainings durchlaufen, bevor die Führungskräfte ihrer Abteilungen daran teilnehmen. Auch Du hast teilgenommen. Warum war Dir das so wichtig?“

Rob van Gils: „Ich wollte auf jeden Fall dabei sein. Gerade wegen dem Top-Down Approach Gedanken. Aber eigentlich wollte ich natürlich auch wissen, welcher „Typ Mensch“ von Hutner in Zukunft unsere Mitarbeiter trainiert. Mit Arne Verbarg hat es auf Anhieb gepasst. Er hat sofort verstanden, worum es uns geht. Im Wesentlichen wollen wir die Führungskräfte unterstützen, dass sie wiederum ihre Mitarbeiter im täglichen Alltag unterstützen können.“

Christina Gromer: „Als Unternehmer lastet eine große Verantwortung für Firma und alle Mitarbeiter auf Dir. Dadurch verbringt man natürlich immens viel Zeit im eigenen Unternehmen. Oft bleibt dann nicht viel Zeit für Hobbies und Familie. Woher ziehst Du die Energie, um jeden Tag aufs Neue mehr als 100 Prozent geben zu können? Was treibt Dich an?“

Rob van Gils: „Die einzige Zeit, in der ich kein Aluminium im Kopf habe, ist wenn ich mit meiner Tochter zusammen bin oder auf dem Sportplatz. Ich bin seit mehreren Jahren Obmann des SV HAI SCHALCHEN – mein Vater ist Präsident. Ich verbringe hier an einem Spieltag meist 4-5 Stunden. Ich bin 90 Minuten vor Anpfiff da, spreche vor dem Spiel noch kurz mit dem Team, gebe nach dem Spiel noch ein Interview und komme dann meist noch kurz ins Vereinsheim. Wenn ich nicht dabei wäre, wäre ich vermutlich nicht wirklich ausgeglichen. Es ist eine Leidenschaft, die mir einfach wichtig ist. Es gibt auch nur selten Ausnahmen, an denen ich nicht beim Spiel dabei sein kann.“

Christina Gromer: „Was macht für Dich einen perfekten Fußballtrainer aus? was zeichnet ein erfolgreiches Team aus? Wo sind für Dich die Parallelen zum Unternehmen?“

Rob van Gils: „Auf dem Platz ist es zum Glück nicht so komplex, wie im Unternehmen. Aber man kann einige Schlüsse ziehen. Der perfekte Fußballtrainer weiß, wie man ein Team zusammenstellt. Es ist wichtig, die Spieler bei Laune zu halten, auch wenn sie für ein Spiel einmal nicht auf dem Feld stehen dürfen! Als Diplomat mit der nötigen Ruhe, muss ein Trainer die Spieler abholen, strategische Entscheidungen verständlich machen und für eine gute Stimmung im gesamten Verein sorgen – auch zwischen den Spielern und den ehrenamtlichen Helfern. Er muss vermitteln, dass wir alle im selben Boot sitzen und das gleiche Ziel verfolgen. Ein erfolgreiches Team heißt, dass jeder für jeden kämpft, alle an einem Strang ziehen und auch verzeihen können, wenn einer einen Fehler macht. Das Bewusstsein, dass jeder ein Teil des Teams ist, ist wichtig! Genauso ist das mit erfolgreichen Unternehmen: Jede Arbeit verdient Wertschätzung – keiner ist mehr oder weniger Wert. Das sollte die Grundlage für jedes Unternehmen sein. Man kann noch so perfekte Strategien entwickeln, ohne die Mannschaft dazu, die diese umsetzt, geht das nicht. Jeder ist Teil unseres Erfolges – unserer Familie.“

Christina Gromer: „Wenn es etwas gäbe, was Du dem Unternehmer, der diesen Artikel liest, mit auf den Weg geben wollen würdest, was wäre das?“

Rob van Gils: „Du brauchst eine Mannschaft, der Du vertrauen kannst. Menschen, die jeden Tag ihren Job tun, als wäre es Ihr Unternehmen. Dafür braucht es Wertschätzung. Jeder Einzelner muss wissen, dass er ein wichtiger Teil des Unternehmens ist, nicht nur eine Nummer. Als Unternehmer ist man dafür verantwortlich, dass man das Team zusammen hält und entwickelt. Denn ob ein Unternehmen erfolgreich ist, machen am Ende immer die Menschen und das Team aus.“